StartseiteOffene StellenOGTS/ÜMIJugendlicheErwachseneKolpingsfamilienKolping-Akademie NRWServiceÜber uns


Angelina Feltgen


Interview mit Angelina Feltgen, die die Fortbildung zur Traumapädagogin 2017 abschloss.


Frau Feltgen, wo arbeiten Sie zurzeit?

Ich arbeite im Diakoniewerk Duisburg, im Bereich Kinder-Jugend und Familie.
Genau gesagt arbeite ich in den Ambulanten Hilfen als sozialpädagogische Familienhilfe.


Was hat Sie dazu veranlasst, die Weiterbildung zu beginnen?

Bei einer Dienstbesprechung wurde die Fortbildung der Traumpädagogik von der Kolping-Akademie vorgestellt. Meine Leitung teilte dem gesamten Team mit, dass das Diakoniewerk Duisburg anbietet, dass eine Fachkraft unseres Teams diese Fortbildung besuchen kann und dabei unterstützt wird.


Inwiefern hat Weiterbildung bei der Kolping Akademie weitergebracht, beruflich oder auch privat?

Privat konnte ich eigene traumatische Erlebnisse besser verstehen und mit ihnen umgehen. Ich habe Strategien gelernt, gut auf mich aufzupassen und Gefahren einzudämmen, sowohl private als auch im beruflichen.
Beruflich ermöglicht mir mein Arbeitgeber derzeit neue Möglichkeiten. Meine Vorgesetzten haben großes Vertrauen in meine neugewonnenen Kompetenzen und möchten diese fördern. Ich habe zwei Konzeptvorschläge eingereicht und diese sollen in Kürze umgesetzt werden. Die Traumapädagogik soll ein neuer Bestandteil des Diakoniewerks werden. Im Sommer werde ich einen Vortrag auf der Fachbereichsversammlung halten und somit zum Aushängeschild der Traumapädagogik im Diakoniewerk. Danach werde ich mein Arbeitsfeld der SPFH erweitern auf die Flüchtlingsarbeit.

Die Inhalte der Fortbildung haben mein Wissen extrem erweitert. Besonders für mich als Berufsanfängerin war die Fortbildung extrem bereichernd. Der Austausch mit den Kommilitonen war sehr lehrreich und vielseitig, die Gruppenarbeiten während der Fortbildung waren vielseitig und konstruktiv.

Ich habe gelernt, mit Leistungsdruck umzugehen. Die Qualität meiner Arbeit soll nicht unter der Quantität leiden. Nichtsdestotrotz, freue ich mich über den Titel, den die Fortbildung mir eingebracht hat. Ich denke, er wirft ein gutes Licht und macht sich gut in meinem Lebenslauf.


Was hat Ihnen am Unterricht besonders gut gefallen?

Am Unterricht hat mir zunächst mal alles gefallen. Den größten Verdienst räume ich den beiden Dozenten Frau Streit und Frau Gronki ein. Beide Dozentinnen sind unheimlich charismatisch und gestalten ihren Unterricht sehr individuell, sodass die Stunden immer interessant waren. Die Themen waren schlüssig aufgebaut und es lies sich ein roter Faden erkennen. Methodisch-Didaktisch waren die Lehreinheiten vielseitig aufgebaut, sodass es nicht langweilig wurde, dem Unterricht zu folgen.
Die Dozenten hatten ein gutes Gespür dafür, wann die Gruppe gesättigt war mit Informationen, sodass eine Überforderung vermieden werden konnte. Gleichzeitig gab es viel Raum für den Austausch und die Reflexion von eigenen Erfahrungen.

Die Skripte der Dozenten erleichterten das Lernen sehr. Sie sind umfangreich und strukturiert aufgebaut. Sie eigenen sich hervorragend als Nachschlagewerk.

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Gruppe eine recht kleine Größe hatte. So bekamen alle Schüler die Möglichkeit, sich und ihre Erfahrungen aus dem eigenen Berufsalltag einzubringen. Des weiteren ist die Traumpädagogik ein höchst emotionales und sensibles Thema, was in einer kleinen Gruppe wesentlich besser bearbeitet werden kann, da jeder Mensch seine ganz eigenen verletzlichen Punkte mit sich trägt.


Wie empfanden Sie die Atmosphäre zwischen den Schülern / zwischen Schülern und Dozenten?

Die Atmosphäre in der Gruppe und zwischen Gruppe und Dozenten war sehr vertrauensvoll, phasenweise sogar familiär.


Wie bewerten Sie den Praxisbezug der Weiterbildung?

Die Lerninhalte lassen sich in meine Berufsalltag zu 100% umsetzten. Jeder Mensch erlebt in seinem Leben kleine und größere Traumata, die Frage ist, wie diese verarbeitet werden. In meinem Arbeitsfeld treffe ich sehr häufig auf Situationen, die für meine Klienten traumatisierend wirken können, sodass ich „erste Hilfe“ leisten kann. Menschen die bereits traumatisiert sind, können durch meine neuen Kompetenzen stabilisiert werden, was durchaus immer schon ein Teil meine Arbeit war.


Welche Inhalte haben Ihnen im beruflichen Leben besonders weitergeholfen?

Als besonders hilfreich empfand ich die psychologischen Grundlagen, die mir das Verstehen erleichtern. Außerdem fand ich die Themen Bindung und Beziehung und die traumapädagogischen Interventionen besonders hilfreich, da sie sich gut mit der Praxis verknüpfen lassen.


Stichwort Netzwerk: Haben Sie heute noch Kontakt zu Dozenten/Mitschülern?

Ich habe mich einige Wochen nach Beendigung der Fortbildung nochmals bei meinen Dozenten herzlichst bedankt. Auslöser war eine schwierige Situation im Berufsalltag, welche ich nur aufgrund der vorhergegangenen Ausbildung gut bewältigen konnte.

Die Fortbildung umfasst einen längeren Zeitraum, sodass sich während der gemeinsamen Lehrzeit einige Bekanntschaften bildeten. Mit einigen Kommilitonen bin ich nach wie vor im Austausch. Wir unterstützten uns gegenseitig in der beruflichen Weiterentwicklung. Zusätzlich können Erfahrungen ausgetauscht werden und kollegial beraten werden.


Wie haben Sie den Aufwand Beruf – Unterricht/Lernen empfunden? War es schwer, wieder die Schulbank zu drücken?

Da ich nicht allzu lang von der Schulbank weg bin, ist er mir nicht sehr schwer gefallen. Natürlich war die „längere“ Anfahrt zur Akademie (80km), schon anstrengend und stressig, besonders wenn man freitagnachmittags direkt von der Arbeit zur Fortbildung fährt. Natürlich spürt man am Samstagabend die Arbeitswoche und die dazukommende Fortbildung, jedoch kann ich die Anstrengung nur empfehlen.

Die Skripte der Dozenten waren logisch aufgebaut, sodass man sich das mitschreiben ersparen konnte, dass ersparte einem sehr viel Energie.

Positiv zu bemerken ist, dass die Dozenten sich sehr am Energielevel der Schüler orientieren, sodass die Fortbildung zu jeder Lehrzeit angepasst wurde.


Wurde die Weiterbildung vom Unternehmen gefördert/unterstützt?

Mein Arbeitgeber hat sich an den Kosten für die Fortbildung mit einem großen Anteil beteiligt und ermöglicht mir jetzt neue Möglichkeiten.


Wie empfinden Sie die Kosten für die Weiterbildung?

Ich finde die Kosten für die Fortbildung gerechtfertigt, da die Fortbildung auch einiges umfasst und bietet, sodass man auf jeden Fall sagen kann, dass es sich gelohnt hat.


Könnten Sie sich vorstellen, einen weiteren Kurs der Kolping Akademie zu besuchen? Wenn ja, welchen Themenschwerpunkt sollte der Kurs haben?

Für mich wären Themen im Bereich des Sozialmanagements und der Personalführung interessant.

Wenn Sie Ihre Erfahrungen mit der Kolping-Akademie in 1-2 Sätzen zusammenfassen sollen …

Ich hatte genauso viel Spaß, wie ich gelernt habe!